Etwa 35 Teilnehmer aus ganz Deutschland und der Schweiz besuchten am Samstag, den 20. September, den jährlichen Informationstag der Usinger Hilfsorganisation „Pro Uganda-Prothesen für ein neues Leben e.V“. Zusätzlich waren auch die verantwortlichen Mitarbeiter des Vereins in Uganda per Zoom auf der Leinwand zugeschaltet.
Nach der Begrüßung aller Teilnehmer durch den Gründer des Vereins, Karsten Schulz, gab es einen informativen Rückblick über die Entwicklungen des Vereins in den letzten 12 Monaten vor Ort in Uganda.
Dabei wurde zuerst die Fertigstellung und Eröffnung des neuen Kompetenzzentrums genannt, welches jetzt viele neue Räumlichkeiten für die Bereiche Orthopädiewerkstatt, Physiotherapie, Orthopädie-Schuhmacherei und mentale Seelsorge- und Traumabehandlung bietet. Des Weiteren wurde über die inzwischen abgeschlossene Montage einer modernen Photovoltaikanlage und den ausreichenden Speicherkapazitäten berichtet, welche die Organisation völlig autark vom ugandischen Stromnetz macht. Stunden oder gar ganze Tage ohne Strom gehören nun der Vergangenheit an. Auch die neue gepflasterte Straße, welche zum Werkstattgelände und den Mitarbeitergebäuden führt, wurde den Besuchern in einem Video Clip gezeigt.
Für ein humorvolles „Schmankerl“ sorgte Elefant Henri. Das ist ein kleiner aus Spezialbeton von einem ugandischen Künstler hergestellter Elefant, der eine Prothese hat und im grünen Innenhof des Kompetenzzentrums steht. Das besondere an Henri ist aber sein Rüssel, aus dem mittels einer Pumpe eine Wasserfontäne in eine Schale gespritzt wird. „Dies ist in jedem Fall ein Hingucker für unsere kleinen Patienten mit Handicap und mildert ein wenig die Ängste vor einer Behandlung für eine Prothese “ erzählte Karsten Schulz.
Für lautstarken Beifall sorgte der Beitrag vom 2. Vorsitzenden Carsten Dierks, der aus Uganda zugeschaltet war. Er berichtete von dem erfolgreichen Abschluss der vier einheimischen Auszubildenden von Pro Uganda für ein international anerkanntes Diplom zum Orthopädietechniker/Mechaniker. Für zwei der Studierenden war die Ausbildung zum Teil eine große Herausforderung, da sie vorher lediglich einfache Gärtner- und Hausmeistertätigkeiten ausübten.
Nach der Mittagspause gab Aaron Bremer einen wichtigen Einblick in das Alltagsleben in Uganda. Er war für Pro Uganda e.V. mit seiner Familie insgesamt 4 Jahre in Uganda gewesen und hatte dort die Orthopädie Werkstatt pionierhaft geleitet. Er sprach unter anderem von den vielen Unterschiedlichkeiten und Missverständnissen in der Kommunikation zwischen Europäern und Afrikanern. Dabei hörten besonders die anwesenden Teilnehmer zu, die noch zukünftig ein mehrwöchiges Volontariat in Uganda absolvieren wollen.
Zum Ende des Workshoptages gab es noch einen Fachvortrag von Matthias Körner, der im BGU Frankfurt als Physiotherapeut arbeitet. Er hat erkannt, wie wichtig und erbauend der Sport für Menschen mit Prothesen ist und hat auch die Initiative „Laufen im Wind“ mitgegründet. Seit neustem hat er auch den Golfsport als ideale Bereicherung und Perspektive für Prothesenträger entdeckt. Matthias Körner war auch selbst schon als Physiotherapeut ehrenamtlich in Uganda tätig.
Nach Ende der Veranstaltung am späten Nachmittag und der positiven Resonanz der Teilnehmer gab es anschließend noch genügend Zeit zum persönlichen Austausch und Kennenlernen.


