Wieder mit beiden Füßen im Leben stehen.

Wir möchten diesen Wunsch vieler amputierter Patienten in Uganda Wirklichkeit werden lassen und hoffen in Zukunft immer mehr Menschen mit einer eigenen Prothese helfen zu können.

Danke, dass Sie sich für unsere Vereinsarbeit interessieren!

 

Ein neuer Verein entsteht

Am 05. Februar 2013 trug sich Pro Uganda als neuer gemeinnütziger Verein aus Usingen im Taunus (Hessen) ins Vereinsregister ein. Aus einer anfänglichen Beobachtung entstand nach vielen Gesprächen und Besuchen vor Ort plötzlich ein kleiner Verein, der sich für die orthopädietechnische Hilfe der Menschen in Uganda einsetzt.

Menschen die aufgrund ihrer finanziellen Mittel und dem maroden Gesundheitssystem des von Kriegen gezeichneten Landes so gut wie keine Chance auf Hilfe haben.

Alles begann, als Orthopädietechniker Karsten Schulz bei einem Besuch seiner Patenkinder in Uganda auf die hohe Zahl amputierter Menschen und den großen Bedarf von Prothesen aufmerksam wurde. Nach seinem Aufenthalt, ließ ihn der Gedanke etwas verändern zu wollen und sein Fachwissen für Orthopädietechnik nach Uganda zu bringen nicht mehr los. Da er bis dahin noch keine genauen Informationen über die Zustände in dem ostafrikanischen Land einholen konnte, folgten ab 2012 mehrere Aufenthalte, um sich vor Ort ein Bild der Problematik und deren Ursachen machen zu können.

Er besuchte Ärzte, Kliniken und Krankenhäuser (wie zum Beispiel das Mulago-Hospital in der Hauptstadt Kampala) und sprach mit vielen Menschen vor Ort, um sich vom großen Bedarf an Prothesen und Fachkräften zu überzeugen.

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Wir stellen uns vor

Ansprechpartner

KARSTEN SCHULZ

1. VORSITZENDER

– ORTHOPÄDIETECHNIKER
– FACHLEHRER FÜR ORTHOPÄDIETECHNIK

Hallo, ich bin Gründer und Initiator des Vereins Pro Uganda. Durch meine Ausbildung als Orthopädietechniker kann ich auf einen langen Erfahrungsschatz in diesem Handwerk zurückblicken und habe schon viele Patienten behandeln können. Orthopädietechnik dahin zu bringen, wo sie durch mangelnde Fachkräfte am dringendsten gebraucht wird, ist mein größtes Ziel.

Ansprechpartner für: Planung, Kooperation, Partner

DR. CARSTEN DIERKS

2. VORSITZENDER

– PROJEKTMANAGEMENT, KOORDINATION

Die Entwicklung von PRO Uganda seit seiner Gründung 2013 hat mich erstaunt und begeistert. Das führte Anfang 2018 zu der Entscheidung mitzumachen. Die Dynamik des Vereins mit so vielen engagierten freiwilligen Mitarbeitern und Plänen verlangt viel Abstimmung, Koordination und Kommunikation. Als langjähriger Leiter von Marketing- und Vertriebseinheiten in der Gesundheitsbranche kenne ich mich in diesem Bereich aus und kann meine Kenntnisse produktiv einbringen.

Ansprechpartner für: Veranstaltungen, Fundraising

Anke Bölstler

– KASSIERERIN

Ich kenne Pro Uganda schon seit ein paar Jahren und war von Anfang an begeistert von der Arbeit des Vereins.
Als ich Anfang 2020 erfuhr, dass ein Kassierer gesucht wird, entschloss ich mich, mitzuarbeiten. Durch meine Erfahrung aus dem Finanzbereich einer Hilfsorganisation und meiner kaufmännischen Tätigkeit bringe ich die Fähigkeiten für dieses Amt mit und hoffe, damit meinen Teil dazu beizutragen, dass Pro Uganda weiterhin vielen Menschen zu einem besseren Leben verhelfen kann.

Ansprechpartnerin für: Finanzen, Spenden

Marion Merz

– VORSTANDSASSISTENTIN

Seit der Gründung von Pro Uganda hat mich die Vereinsarbeit tief beeindruckt, aber eine aktive Mitarbeit war mir zu Beginn nicht möglich.
2019 suchte das Vereinsteam eine Angestellte, die mit Bürotätigkeiten den Vorstand entlasten sollte.
Da ich seit 20 Jahren in der Vorstandsassistenz tätig bin, passte das alles wunderbar zusammen. So unterstütze ich jetzt sowohl unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter hier in Deutschland, als auch unsere Mitarbeiter in Uganda.

Ansprechpartnerin für: Kommunikation, Büroadministration

MANFRED HOLZMANN

– FOTO/VIDEO DOKUMENTATION
– WEBSITE

Ich habe den Verein zusammen mit Karsten Schulz 2013 ins Leben gerufen und bin für digitale Themen wie Foto- und Videodokumentationen zuständig, schreibe Texte und Berichte, um die Vereinsarbeit für Interessenten, Spender und Partner anschaulich aufzubereiten.

Ansprechpartner für: Foto/Video, Text, Website

Dieter Scharwatt

– ORTHOPÄDIEMECHANIKER MEISTER
– LEITER DER PROTHESENWERKSTATT UGANDA

Mein Herz schlägt für Afrika und ich kenne Pro Uganda seit dem Jahr 2018, wo ich bereits im Rahmen des „Come and Work“ Projektes für vier Wochen ehrenamtlich in der Prothesen-Werkstatt gearbeitet habe. Seit Januar 2021 habe ich die Werkstatt-Leitung von meinem Vorgänger Aaron Bremer übernommen und freue mich darauf mit meinen Berufserfahrungen den Menschen in Uganda zu helfen.

Ansprechpartner für: Fragen vor Ort, Orthopädietechnik und Orthopädiewerkstatt

ALEXANDER ZUNKE

– LOGISTIK

Hallo, ich bin ein Mann der ersten Stunde und war als Gründungsmitglied von Anfang an im Verein PRO Uganda. Dabei kümmere ich mich gerne um die Sortierung und Lagerung von Materialien, Werkzeugen und Maschinen der Orthopädietechnik, die schließlich dem Transport nach Uganda weitergeführt werden sollen.

Ansprechpartner für: Transport und Lagerung von Hilfsmitteln der Orthopädietechnik

JANIKA MÜLLER

– PHYSIOTHERAPEUTIN
– BETREUUNG DER VOLONTÄRE „COME & WORK“

Ich habe Pro Uganda im Herbst 2018 im Rahmen eines Orthopädietechnik-Kongresses am Uniklinikum Heidelberg kennengelernt und sofort den Entschluss gefasst mich bei diesem Projekt einzubringen. Im Frühjahr 2019 habe ich dann 2 Monate in Uganda als Physiotherapeutin in der Orthopädie-Werkstatt gearbeitet. Meine Erfahrungen möchte ich gerne als Betreuerin der zukünftigen Bewerber/Innen von Kurzzeit-Einsätzen weitergeben.

Ansprechpartner für: Come & Work Einsätze in Uganda

Unsere Mitarbeiter vor Ort

Dieter Scharwatt

Cecile Musinguzi

Jenan Taremwa

Kenneth Ojok

Jimmy Osubo

Bonny Kato

Winnie Kauuma

Agnes Nabukenya

Ronald Ssemujju

Mein Name ist Dieter Scharwatt. Ich komme aus Heidelberg und bin gelernter Orthopadiemechaniker Meister. Ich habe eine langjährige Berufserfahrung, auch im Bereich der Ausbildung. Mein Herz schlägt für Afrika und ich kenne Pro Uganda seit dem Jahr 2018, wo ich bereits im Rahmen des „Come and Work“ Projektes für vier Wochen ehrenamtlich in der Prothesen-Werkstatt gearbeitet habe. Seit Januar 2021 habe ich die Werkstatt-Leitung von meinem Vorgänger Aaron Bremer übernommen und freue mich darauf mit meinen Erfahrungen und Kenntnissen den Menschen in Uganda zu helfen.

Dieter Schawatt in Prothesen Werkstatt

Dieter im Gespräch mit Patienten im Outreach Einsatz in Kasese, West-Uganda

Dieter und Jenan beim Abgipsen eines Patienten im Outreach Einsatz

Dieter und Jenan beim Abgipsen eines Patienten im Outreach Einsatz

Dieter und Jenan bei der Stumpf Anamnese einer Patientin im Outreach Einsatz in Kaseseh Einsatz

Das Team von Pro Uganda im Outreach Einsatz in Kasese, West-Uganda.

Ich bin Cécile Musinguzi und komme aus der Schweiz. Ich habe vorher 2 Jahre beim Kooperationspartner Vision for Africa im Finanz Office gearbeitet. Als mein Vertrag mit Vision im Sommer 2020 auslief, habe ich mich bei Pro Uganda für die Administrations Stelle in der Prothesen Werkstatt beworben. Seit Juli 2020 bin ich nun die rechte Hand des Werkstatt-Leiters und unterstütze ihn für die administrative Arbeit in Uganda.

Cécile im Werkstatt Büro

Cécil beim Outdoor Einsatz in Nakifuma für die Rollstuhl-Aktion

Cécil beim Outdoor Einsatz in Nakifuma für die Rollstuhl-Aktion

Mein Name ist Jenan Taremwa und ich bin gelernter Orthopädietechniker. Ich habe mein Studium im Fach Orthopädietechnik in Südafrika abgeschlossen. Danach habe ich mehrere Jahre in Uganda als Orthopädie-techniker gearbeit. Seit Februar 2019 gehöre ich nun zum Pro Uganda Team und möchte dieses mit meiner langjährigen Berufserfahrung unterstützen.

Jenan beim Fertigen einer Orthese

Jenan Taremwa behandelt als neuer Mitarbeiter von Pro Uganda bereits die ersten Patienten

Jenan beim Fertigen einer Orthese

Jenan untersucht Samuel, 1,5 Jahre. Dieser hat Entwicklungsstörungen und Spastiken, er braucht Orthesen und Physiotherapie

Jenan und Kenneth beim Fertigen einer Orthese

Jenan beim Fertigen einer Orthese

Aaron Bremer und Mitarbeiter Jenan beim Besuch der Mulago Berufsschule in Kampala

Mitarbeiter Jenan mit einer kleinen Patientin, die Orthesen erhalten hat

Pro Uganda Mitarbeiter Jenan erkärt Berufsschülern diverse orthopädietechnische Materialien

Jenan beim Abgipsen eines Patienten im Medical Center

Dieter und Jenan bei der Stumpf Anamnese einer Patientin im Outreach Einsatz in Kaseseh Einsatz

Mein Name ist Kenneth Ojok. Seit Juni 2018 mache ich eine Ausbildung zum Orthopädietechniker bei PRO Uganda unter der Leitung von Aaron Bremer. Zuvor arbeitete ich einige Jahre bei Vision for Africa, dem Kooperationspartner von PRO Uganda, als Schreiner und Kellner. Mein Interesse für die Orthopäditechnik begann, als die ersten Arbeitsteams von PRO Uganda hier vor Ort Prothesen aus dem Koffer heraus fertigten. Ich schaute zunächst dabei zu und bot mich danach an mitzuhelfen. Karsten Schulz erkannte meine Freude und mein Interesse an der Fertigung von Prothesen mitzuwirken und stellte mir eine Ausbildung zum Orthopädiemechaniker in Aussicht, die ich inzwischen gerne angenommen habe.

Kenneth in der Prothesen-Werkstatt

Kenneth an der Nähmaschine

Kenneth und Karsten Schulz in der Prothesen-Werkstatt

Kenneth und Karsten Schulz in der Prothesen-Werkstatt

Kenneth und Carolin bei den ersten Gehversuchen eines Patienten, Juli 2019

Kenneth beim Fertigen einer Orthese

Jenan und Kenneth beim Fertigen einer Orthese

Kenneth im Gespräch mit einem jungen Patienten

Physiotherapeutin Janika und Kenneth übergeben einen Rollstuhl

Jimmy kam im Oktober 2018 zu Pro Uganda und ist für die Reinigung der Gebäude zuständig. Er hat vorher als Askari (Security) bei Vision for Africa gearbeitet. Des Weiteren ist er Betreuer und Ansprechpartner für die Patienten, welche für längere Zeit bei uns im Patientengebäude untergebracht sind.

Jimmy bei den Reinigungsarbeiten der Gebäude von Pro Uganda

Jimmy als Ansprechpartner im Patienten-Unterkunftsgebäude

Bonny hat vorher als Fahrer für Baumaterialien gearbeitet. Nebenbei hatte er noch einen Nachtklub gemanagt. Als er wegen Corona seine Stelle verloren hat, kam er zu Pro Uganda und bat um Arbeit. Er ist handwerklich fit und kümmert sich nun um die Hausmeisterarbeiten auf unserem Gelände. Des Weiteren ist er ein sehr guter Fahrer, der sich hervorragend mit Autos auskennt. Somit ist er auch für die Wartungsaufgaben am Auto zuständig.

Bonny beim Arbeiten vor der Werkstatt

Bonny hilft in der Werkstatt

Bonny beim Bau des Carports für das Pro Uganda Auto

Bonny (im Bild in der Mitte) hilft auch Deborah bei den Gartenarbeiten.

Winnie gehört seit Januar 2021 zu unserem Pro Uganda Team und arbeitet als Reinigungsfrau. Sie ist verheiratet mit einem Askari (Sicherheits- und Wachdienst) von Vision for Africa. Sie hat drei Kinder, die sie vor ihrer Anstellung bei uns zuhause betreute.

Agnes kam im März 2021 zu unserem Team. Sie ist verheiratet und hat vorher als Köchin in der Küche einer Schule gearbeitet. Jetzt ist sie zuständig für die Verpflegung unserer Mitarbeiter und Patienten.

Agnes kocht in der Küche unserer Prothesen-Werkstatt

Agnes reinigt den Essensraum nach den Mahlzeiten

Ronald gehört seit März 2021 zu unserem Team. Er hat vorher verschiedene Baujobs gehabt. Jetzt ist Ronald übergangsweise für die Wartung unserer Gebäude zuständig. Ab März 2022 wird er in unserer Orthopädie-Werkstatt die Ausbildung zum Orthopädie-Techniker beginnen.

Ronald hilft beim Sortieren der Lager Materialien

Ronald (rechts) packt bei der Lieferung neuer Materialien mit an

Unsere Ziele

Allem vorangestellt ist das Ziel, die orthopädietechnische und physiotherapeutische Versorgung der Menschen in Uganda zu verbessern und sukzessive auszubauen. Dies kann natürlich nicht nur durch die Arbeit des Vereins allein geschehen, sondern nur Stück für Stück und im Ausbau der Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen und Kooperationspartnern. Ein Partner-Netzwerk ist hierfür unabdingbar. Der Anspruch auch mit geringen Mitteln in Uganda etwas bewegen zu können, soll eine Vorbildfunktion für andere Organisationen sein und dazu ermutigen sich ebenfalls für soziale Projekte zu engagieren.

Die wichtigsten Ziele im Überblick:

Die Schaltflächen lassen sich für mehr Informationen ausklappen

Betrieb unserer Orthopädiewerkstatt

Orthopädietechnik stationär nach Uganda bringen

Durch die Orthopädiewerkstatt kann der Verein seine Hilfeleistungen für Patienten um ein entscheidendes Stück ausbauen. Auf lange Sicht ist die Arbeit durch eine Werkstatt vor Ort wesentlich effizienter und nachhaltiger, als es bisher durch Einzel-Projekte vor Ort möglich war.

Durch die Mithilfe vieler Spender und Unterstützer haben wir es Anfang 2017 geschafft, unsere lang geplante Orthopädiewerkstatt in Uganda zu finanzieren und anschließend zu bauen. (Auch nachzulesen in „Projekte + News“). Dies ist ein großer Schritt nach vorn, da wir mit der Werkstatt eine dauerhafte Anlaufstation für amputierte Patienten bereitstellen können und mit den vorhandenen Maschinen und Materialien technisch gut aufgestellt sind.

Die Finanzierung und der Bau der Werkstatt, war eine große Herausforderung die Dank der Unterstützung von vielen Spendern und unseres Kooperationspartners Vision for Africa gemeistert werden konnte und die Grundlage für eine kontinuierliche Patientenbetreuung und Ausbildungsmöglichkeiten schafft.

Unser Ziel ist daher den Betrieb der Werkstatt auszubauen und mit der Zeit immer mehr Patienten zu betreuen. Dafür müssen wir mit lokalen Organisationen und Partnerorganisationen zusammenarbeiten und unser Hilfsnetzwerk ausbauen. In diesem Zusammenhang ist bereits ein weiteres Gebäude in Planung, in dem Auszubildende, Helfer und Patienten unterkommen können.

Wir freuen uns daher, wenn Sie uns (auch jetzt, nach dem Bau der Werkstatt) in diesem Anliegen unterstützen, da der Betrieb und die Koordination der Werkstatt laufende Kosten verursacht die wir nur mit Hilfe von Spendengeldern stemmen können.

Langfristige orthopädietechnische Versorgung

Fertigung individueller Prothesen

Ein weiteres Ziel, das mit dem Betrieb unserer Werkstatt einhergeht, ist die langfristige Betreuung und Versorgung von Patienten in Uganda.

Bevor die Orthopädiewerkstatt gebaut wurde, half der Verein mehrmals im Jahr in Form von Hilfseinsätzen und baute individuelle Prothesen für Patienten mit mitgebrachten Materialien aus dem Koffer heraus. Mit der Werkstatt kommen wir unserem Ziel Patienten langfristig zu betreuen viel Näher, da wir nicht nur wenigen ausgewählten Patienten helfen können, sondern für alle im größeren Umkreis erreichbar sind.

Eine Prothese ist selten eine einmalige Angelegenheit, bei der der Patient nach der ersten Versorgung für immer unabhängig ist. Prothesen müssen mit der Zeit nachjustiert oder gewartet werden. Kinder, die eine Prothese erhalten, wachsen aus ihr heraus, wodurch mit der Zeit schwere Haltunsschäden und Folgeprobleme auftreten können. Auch die Zeit in der eine Prothese gefertigt wird spielt dabei eine Rolle, da wir in früheren Hilfseinsätzen innerhalb kürzester Zeit passende Teile fertigen mussten und durch mangelnde technische Möglichkeiten oft nur mit Kompromissen gearbeitet werden konnte.

Wir arbeiten daher daran, mit dem Betrieb der Werkstatt ein Patientenbetreuungssystem zu entwickeln, das den Kontakt zu Patienten herstellt, diese langfristig betreut und durch Aus- und Fortbildung Fachwissen in Uganda verankert. Nur so können wir möglichst vielen Patienten helfen und dem Problem hoher Amputationszahlen entgegenwirken.

Kooperation mit anderen Vereinen/Hilfswerken

Aufbau eines großen Partner Netzwerks

Die Kooperation mit anderen Hilfswerken, Organisationen und örtlichen Behörden ist essentiell für unsere Arbeit in Uganda, da die orthopädietechnische Versorgung so viele Menschen wie möglich erreichen soll.

Mit der Werkstatt vor Ort haben wir die Basismittel für eine organisierte Betreuung bereits geschaffen, darauf aufbauend muss eine durchdachte Kordination entstehen, da die Patienten im Umkreis beispielsweise von dem Angebot wissen müssen, diese z.T. vor Ort untergebracht werden müssen und nur so viele Patienten betreut werden können, wie wir auslastungstechnisch stemmen können. In früheren Hilfseinsätzen hatten wir manchmal einen so großen Zulauf, dass wir aus zeitlichen Gründen Patienten nur in unsere Kartei aufnehmen konnten, diese aber noch nicht versorgen konnten. Auch kamen teilweise Patienten zu uns, die beispielsweise oberhalb des Kniegelenks amputiert wurden, und denen wir aus technischen Gründen noch nicht helfen konnten. Daher brauchen wir eine Organisation in Zusammenarbeit mit Menschen und Behörden die Zugang zu den Patienten haben und diese gezielt und koordiniert auffinden und zu uns bringen können. Auch können wir von dem Wissen und der Arbeit bereits existierender Hilfswerke im Bereich der Orthopädie und Physiotherapie lernen. Weiterhin befinden sich viele Patienten in staatlichen Krankenhäusern – auch mit diesen müssen wir langfristig zusammenarbeiten. Neben einem Netzwerk in Uganda ist jedoch auch die Zusammenarbeit in Deutschland für unsere Arbeit sehr wichtig.

Einige Berufsschulen für Orthopädietechnik haben uns bereits ihre Unterstützung zugesagt. Da wir langfristig auch Einheimische in Uganda ausbilden möchten, und auch für deutsche Auszubildende Praxiseinsätze anbieten möchten, ist ein Partnernetzwerk auch im Inland entscheidend. Um mit andere Werken in Kontakt zu treten, waren wir bereits in der Vergangenheit auf verschiedenen Orthopädiemessen vertreten. Auch regional arbeiten wir u.a. mit Schulen und Arbeitsgruppen zusammen. Langfrsitig soll auch ein Art „Patensystem“ entstehen, bei dem Spender bestimmte Patienten gezielt finanzieren können. Einen genaueren Einblick in unsere Arbeit mit Partnern finden Sie auch auf der Seite „Partner“ unserer Website.

Aus- und Fortbildung von Fachkräften

Einheimischen das orthopädietechnische Handwerk lehren

Mit dem Bau der Orthopädiewerkstatt kann Pro Uganda nicht nur mehr Patienten betreuen, sondern auch einheimische Fachkräfte ausbilden, um Uganda auch mit entsprechendem Fachwissen zu helfen, sich langfristig selbst helfen zu können.

Orthopädietechnik gibt es in Uganda kaum. Neben wenigen Krankenhäusern mit orthopädischen Abteilungen gibt es fast keine fachspezifischen Anlaufstationen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Das bedeutet, dass selbst wenn man den Armutsfaktor vieler Patienten ausklammert, es kaum Personal und entsprechendes Know-How gibt, um individuelle Prothesen zu fertigen. Da Pro Uganda über Fachwissen verfügt und seine Arbeit weit über kurze Hilfseinsätze ausweiten möchte, stellt die Ausbildung von Einheimischen ab dem Jahr 2017 im Rahmen der Orthopädiewerkstatt einen neuen Kernbereich dar. So werden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen sondern ebenso der Austausch gefördert. Bei den bisher durchgeführten Kurzeinsätzen wurden bereits interessierte Einheimische in Arbeitsbereiche miteinbezogen, um sie für das Handwerk und die Arbeit zu sensibilisieren und Wissen weiterzugeben. Ein zentrales Spendenanliegen ist daher auch die Finanzierung von Ausbildungspersonal. Wir sind zuversichtlich, dass das Orthopädiehandwerk in Uganda immer mehr gefördert werden kann.

Angebote von Schulungen und Einsätzen

Fachpraktische Kurz-Einsätze für Azubis, Gesellen, Meister

Was wir in den letzten Jahren bereits während unserer kurzen Hilfseinsätze begonnen haben, hat sich mit der stationären Orthopädiewerkstatt noch mehr konzentriert. Wir möchten jungen Auszubildenden, aber auch fortgeschrittenen Orthopädietechnikern und Meistern die Möglichkeit bieten Auslandserfahrung zu sammeln und abseits des gut organisierten deutschen Gesundheitssystems mit ihrem Fachwissen zu helfen.

In Uganda ist viel Improvisation und besonders enge Teamarbeit wichtig, da in vielen Fällen individuelle Lösungen geschaffen werden müssen und nicht jeder Arbeitsschritt so organisiert wie im reichen Europa ablaufen kann. Zusätzlich ist die Erfahrung so nah für mittelose Patienten zu arbeiten, um diese wieder für den Alltag zu wappnen eine ganz besondere Situation. Es tut jedem gut sein Fachwissen, das in Deutschland vielleicht gewöhnlich sein mag, vor Ort einzubringen und sogar anderen weitergeben zu können. Gemeinsam Probleme bewältigen, voneinenader lernen und Fachwissen nach außen zu tragen ist dabei sehr wichtig. In der Vergangheit haben uns bereits mehrere Auszubildende begleitet und eigene Patienten betreut.

Ein Beispiel hierfür ist Eugen Markus, der 2016 als Auszubildender Orthopädietechnik-Mechaniker im Rahmen des Sommereinsatzes das Team unterstützte. Seine Erfahrungen schildert er auch in einem Film.

Überblick: Erreichtes

2012

Findung von Kooperationspartnern und Fachpersonal in Uganda und Deutschland.
Kontaktaufnahme zu Ärzten, Kliniken, der deutschen Botschaft und der Regierung von Uganda.
Diverse Projektvorstellungen z.B. in Gemeinden, auf Musikabenden. Aufbau von Organisationsstrukturen (Buchhaltung, Verwaltung etc.).

2013
Februar Gründung des gemeinnützigen Vereins Pro Uganda e.V.
März Planung einer eigenen Orthopädiewerkstatt – Einrichtung, Ausstattung, Bauzeichnung etc. sind fertig
September Eröffnung eines gemeinnützigen Vereinskontos
Oktober Erste prothetische Versorgung aus Deutschland, Sendung von Rollstühlen, Orthopädiebedarf.
Aufenthalt in Uganda zur Planung und Organisierung der Orthopädiewerkstatt.
Besuche von diversen Orthopädiewerkstätten bis in den Norden Ugandas zur Ermittlung
des Standes der Technik, der Bedarfsermittlung von Amputationen u.v.m.

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Auszubildende Lisa Marr zur Vereinsarbeit

„Improvisation macht die Arbeit besonders spannend!“


Interview mit dem Werkstattleiter

Dieter Scharwatt erzählt über die Arbeit in Uganda. „Das Glück in ihren Augen, wenn sie wieder gehen können, lässt sich nicht in Worte fassen“.

Zum Interview


URSACHEN FÜR AMPUTATIONEN

Die Ursachen für eine sehr hohe Amputationsrate in Entwicklungsländern wie Uganda sind sehr vielseitig.
Durch Klicken auf die entsprechenden Symbole erhalten Sie Hintergrundwissen zur jeweiligen Ursache:

Verbrennungen

Verletzungen

Verkehrsunfälle

Krieg

Daibetes

(Knochen-)Krebs

Lepra

Infektionen

Schlangenbisse

Lähmungen

Klumpfuß

Fehlstellungen

Verbrennungen

Verbrennungen sind kein seltener Grund für Amputationen. Durch die einfachen Lebensumstände in Uganda sind Unfälle mit Feuer ein häufiger Grund für Verletzungen im Alltag. Dies wird durch die Tasache verstärkt, dass in Uganda noch häufig an offenen Feuerstellen gekocht wird. Da die Menschen selten rechtzeitig medizinisch versorgt werden und derartige Unfälle oft in ländlichen und abgeschiedeneren Regionen vorkommen, kommt für viele die Hilfe nicht rechtzeitig, während anderen nur noch durch eine Amputation geholfen werden kann. Da die Sicherheitsvorkehrungen nicht hoch sind, sind vor allem Kinder betroffen, die beispielsweise in der Nähe des Feuers spielen.

Verletzungen

Verletzungen im allgemeinen haben in einem Entwicklungsland wie Uganda oft fatale Folgen. Wie erwähnt gibt es kein Gesundheitssystem oder gesundheitliche Absicherungen für die Menschen. Somit sind die Kosten für eine ärztliche Behandlung für die Betroffen oft unerschwinglich und manche Gebiete sogar weit von medizinischer Hilfe abgeschieden. Die Folge ist die Nichtbehandlung, die schon bei kleinen Verletzungen durch Infektionen zur Amputation führen kann, wenn die Wunden falsch oder gar nicht behandelt werden. So wird schnell aus einer harmlosen Verletzung eine ernste und sogar lebensbedrohliche Situation, die die Betroffenen oft zu spät realisieren. Durch die generell niedriegen Sicherheitsstandards und mangelhafte beaufsichtigung ist das Verletzungsrisiko stark erhöht.

Verkehrsunfälle

Taxis, besonders aber Boda-Bodas-Motorradtaxis sind neben den ohnehin oft chaotischen Verkehrsverhältnissen in Uganda ein Hauptgrund für Unfälle, die eine Amputation zur Folge haben. Etabliert haben sie sich, um trotz der meist verstopften Straßen der Großstädte (wie z.B. Kampala) eine günstige und zeitlich zuverlässige Transportmöglichkeit anzubieten. Boda-Bodas sind somit ein enormer Wirtschaftsfaktor für das Land. Rund 43.000 motorisierte Boda-Bodas zählte eine Studie der Weltbank aus dem Jahr 2007 allein für die Hauptstadt Kampala. Das Boda-Risiko: Für Ugandas marodes Gesundheitssystem sind Boda-Bodas eine Katastrophe. Eine Studie des staatlichen Krankenhauses Mulago besagt: Boda-Boda-Unfälle seien die häufigsten Fälle in der Notaufnahme. Jeder Patient koste durchschnittlich 300 US-Dollar pro Operation.(Quelle: https://www.taz.de/!5027021/ )

Kriegsopfer

Eines der Hauptursachen für Kriegsverletzungen ist die 1987 gegründete Widerstandbewegung der Lords Resistance Army (LRA). Die Übergriffe dieser Bewegung zeichneten sich durch massive Gewaltsamkeiten gegen die Zivilbevölkerung, sowie entführte Kinder und Jungendliche, mit dem Ziel sie zu Soldaten zu konditionieren, aus. Der Aufstand ist offiziell noch nicht beendet, konzentriert sich aber akuell verstärkt auf die Nachbarländer Ugandas. Auch aus dem Kongo kamen Ende der 90er Jahre Rebellen der Allied Democratic Forces. In den Bergen kämpften Regierungssoldaten gegen Rebellen. Es war ein ermürbender, blutiger Kampf. Beide Seiten vergruben Minen, perfide Fallen für den jeweiligen Feind, welche auch heute noch das Grenzgebiet zum Kongo übersähen und Ursache vieler Verstümmelungen und Amputationen sind.

Diabetes

Diabetes ist in Uganda eine sehr häufige Krankheit. Verstärkt durch einseitige Ernährung, erhöhten Zuckerkonsum, mangelnde Aufklärung und Hygiene, sowie schlechte ärtztliche Behandlung ist die Krankheit zu einer der führenden des Landes geworden. Doch wie hängt dies mit Amputation zusammen? Die Zuckerkrankheit schädigt die Blutgefäße und sorgt für deren erheblich schlechtere Durchblutung. Besonders die Extremitäten (insbedondere die Füße) sind hierbei betroffen. Schlecht durchblutete Füße verursachen durch mangelnde Behandlung große Abszesse mit Wundbränden, die häufig die Amputation zur Folge haben. Amputieren ist medizinisch oft kostengünstiger als die eigentliche Ursache in einer langen Behandlungstherapie zu bekämpfen. Außerdem kommen Patienten häufig zu spät/gar nicht in ärztliche Behandlung.

Krebs

Krebs nimmt in vielen afrikanischen Staaten zu, was die wenigen medizinischen Einrichtungen neben dem Kampf gegen HIV vor immer größere Herausforderungen stellt. Eine Krebsart die zu Amputationen führt und verstärkt Kinder betrifft ist der Knochenkrebs. Oberschenkel, Unterschenkel und Oberarme sind hier besonders häufig betroffen. Ziel ist es, die Aussaat von bösartigen Krebszellen in andere Körperregionen zu verhindern. Den Funktionsverlust durch die Amputation nimmt man aufgrund besserer Überlebenschancen in Kauf. Die Ursachen für diese Krebsart sind weitesgehend ungeklärt – auch eine Vorbeuge ist praktisch nicht möglich. Der Krebs tritt besonders erblich bedingt auf und kann nur schwer eingedämmt werden. Eine Amputation ist oft der einzige Weg um eine Ausbreitung zu verhindern. Auch die Behandlung ist durch fehlende Spezialisiten und die große Armut meist nicht möglich.

Lepra

Auch Lepra ist in Uganda und anderen afrikanischen Ländern eine Ursache für Amputationen. Dabei ist besonders auch der Umgang mit der Krankheit ein Problem. Seit Jahrhunderten geprägte Vorurteile gegenüber Krankheiten wie Lepra und Tuberkulose verhindern meist eine rechtzeitige Behandlung – die Menschen werden aus ihren Dörfern oder dem Familienleben ausgestoßen, wenn sich ihre Erkrankung nicht mehr verheimlichen lässt. Pro Jahr gibt es in Uganda fast 500 neue Leprapatienten. Damit ist die Krankheit zwar selten, aber immernoch vorhanden.

Infektionen

Infektionen aufgrund von Verletzungen oder Infektionskrankheiten führen in Entwicklungsländern wie Uganda nicht selten zu einer Amputation. Durch verspätetes Erkennen von Krankheiten, zu spätes Reagieren bei Verletzungen und mangelhaft ausgestattete Krankenhäuser sind Therapien und professionelle Behandlungsmaßnahmen kaum möglich.

Schlangenbisse

In afrikanischen Ländern südlich der Sahara sterben pro Jahr 30.000 Menschen an Schlangenbissen, und bei schätzungsweise 8.000 muss nach dem Biss eine Amputation vorgenommen werden. Auch in Uganda kommen besonders giftige Schlangenarten wie beispielsweise die Gemeine Puffotter vor. Aufgrund des das Gewebe zerstörerischen Potenzials des Giftes dieser Schlange ist meist mit bleibenden Schäden an der Umgebung der Bissstelle zu rechnen – bis hin zu Amputation. Gebissene Personen erreichen Krankenhäuser häufig nicht schnell genug, um vielseitige Folgeschäden zu vermeiden. Viele afrikanische Länder sind zudem mit entsprechenden Gegengiften unterversorgt.

Lähmungen

Die Heilung einer Lähmung ist nach heutigem Stand nur bedingt möglich – die Einschränkungen können jedoch in der Regel in der Therapie gelindert werden. In Uganda können sich jedoch die wenigsten Menschen eine Therapie leisten, und es fehlt das Geld für entsprechende Mobilitätsmittel. Diese Patienten benötigen meist Rollstühle (anstatt einer Prothese) um im Alltag wieder (eingeschränkt) mobil sein zu können. Pro Uganda hat in der Vergangenheit daher Patienten auch mit Rollstühlen helfen können.

Klumpfuss

Das Problem eines Klumpfußes in Entwicklungsländern wie Uganda ist ein komplexeres als in der westlichen Welt. Die Häufigkeit des Klumpfußes wird in Entwicklungsländern und besonders in Afrika höher eingeschätzt und liegt etwa im Bereich von 2 auf 1000 Geburten. Unbehandelte Klumpfüße verursacht bei den Betroffenen schwere physische, soziale, psychische aber auch finanzielle Spätfolgen. Wichtige soziale Aufgaben wie Mithilfe im Alltag aber auch der Zugang zu Bildung sind diesen Menschen meist verwehrt. Selbst eine spätere teure operative Behandlung mit erheblicher Komplikationsgefahr führt oft bei Mangel an gut ausgebildeten Chirurgen zu einem stark vernarbten, unbeweglichen und schmerzhaften Fuß. Die Amputation ist oft der letzte Weg um diese Komplikationen zu verbessern. Ohne Prothese entstehen jedoch neue Problematiken.

Fehlstellungen

Angeborene Fehlstellungen wie beispielsweise der Klumpfuß und die einhergehende Behinderung der Betroffenen sind ebenfalls ein Grund für Amputationen in Uganda. Diese oft auch erblich bedingten Fehlstellungen kommen dort zwar nicht unbedingt häufiger als in westlichen Ländern vor – jedoch werden sie meist nicht behandelt und dauerhaft zu einem Mobilitätsproplem. Bei komplizierten Fehlstellungen ist eine Prothese oft keine Option, da die Voraussetzung für eine prothetische Lösung in der Regel eine saubere Amputation voraussetzt. Viele Betroffenen sind daher gar nicht oder nur Not-amputiert – schließen jedoch eine Geh oder Stehprothese aus.

70 Prozentaller körperlich Behinderten LEBEN LAUT Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht in Industrienationen und SIND daDURCH auch nicht angemessen versorgt.

40.000
zusätzliche Orthopädietechniker fehlen laut WHO ANGABEN in Entwicklungsländern weltweit.

Orthopädietechnik wird in der gesamten Welt gebraucht!

Behinderung und die daraus resultierende mangelnde Mobilität sind weltweit ein steigendes Problem. Viele politische und wirtschaftliche Barrieren verhindern eine bessere Versorgung der betroffenden Patienten, besonders in armen Teilen unserer Welt. Dies hängt vor allem mit einem starken Entwicklungsungleichgewicht zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern, sowie dem steigenden Bevölkerungswachstum zusammen.

Laut der Worlds Health Organisation repräsentieren ca. 0,5% der Welt-Gesamtbevölkerung betroffene Patienten, die auf Mobilitätshilfen (Prothesen / Orthesen) angewiesen sind. Dieser Prozentsatz erscheint gering, jedoch sieht dies schon anders aus, wenn man konkrete Zahlen hinzufügt: 2004 gab es in Afrika, Asien und Südamerika insgesamt ca. 5.1 Milliarden Menschen. Das bedeutet, dass ca. 25 Millionen Menschen auf prothetische Versorgung angewiesen sind. Über die genaue Anzahl der Betroffenen in Uganda existieren leider keine genauen Zahlen. Es gibt kaum Behörden die dort medizinische Daten sammeln und veröffentlichen. Laut einem Arzt im Gulu Hospital (Uganda) warteten 2013 allein dort 470 Patienten auf nur eine verfügbare Prothese. Die WHO geht weiterhin davon aus, dass mehr als 40.000 ausgebildete Orthopädietechniker und weitere 140.000 Personalstellen in Entwicklungsländern fehlen, aber genau dort am dringendsten gebraucht werden. Aufgrund von politischen Konflikten, ungenügenden Sicherheitsstandards, mangelnder Hygiene, Krankheiten und eingeschränkten medizinischen Versorgungssystemen ist die Amputationsrate in Uganda ein großes Problem.

Die davon betroffenden Menschen sind auf orthopädietechnische Hilfsmittel angewiesen, um wieder am Leben teilhaben zu können, sie können sich diese aber aufgrund von Armut nicht leisten. Die Folge ist der erhebliche Verlust von Lebensqualität, die gesellschaftliche Ausgrenzung und die Erwerbsunfähigkeit auf einem ohnehin sehr schwachen Arbeitsmarkt. Da sich Pro Uganda noch im Aufbau befindet und erst seit 5 Jahren aktiv in Uganda hilft, ist es derzeit noch nicht möglich die Hilfe auch auf andere Entwicklungsländer auszuweiten, bei denen die Not vergleichbar ist. In Zukunft soll jedoch ein Netzwerk entstehen, damit die Hilfe auch in andere Länder gebracht werden kann.

Spenden für Pro Uganda

Der Mehrwert einer Prothese

Amputiert zu werden ist für viele Ugander ein kaum zu überwindendes Trauma. Sie fühlen sich nicht mehr als richtiger Teil der Gesellschaft und werden in vielen Bereichen alltäglich gesellschaftlich ausgegrenzt. Eine Prothese ermöglicht dem Patienten viel mehr als nur die Freiheit wieder selbstständig laufen zu können. Ebenso zu berücksichtigen sind Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft, bis hin zur uneingeschränkten Erwerbsfähigkeit.

Orthopädietechnische Versorgung und Physiotherapie ermöglichen dem Patienten seinen Lebensunterhalt im Idealfall wieder selbst aufbringen zu können. Dadurch ist er nicht mehr auf die Hilfe von Angehörigen angewiesen und wird für diese nicht zu einer finanziellen und zeitlichen Belastung. Es ist nicht selten, dass Menschen mit körperlichen Einschränkungen in Uganda von ihrem näheren Umfeld (Beispielsweise dem Heimatdorf) abgelehnt werden, da sie in diesem Zustand eine Belastung darstellen. Rehabilitation ermöglicht ihnen wieder ein akzeptiertes Mitglied der Gemeinschaft zu sein und ihren Teil dazu beizutragen. Weiterhin verhindert eine Prothese die oft nicht angemessen berücksichtigten Folgeproblematiken einer Amputation. Dies sind starke Wirbelsäulenschädigungen durch dauerhafte Fehlbelastung, schwere Haltungsschäden und Überstrapazierung von Gelenken, Knochen und Muskeln. Bei Prothesen für Kinder und Jugendliche, die sich noch im Wachstum befinden ist daher eine langfristige Betreuung wichtig, da durch eine Prothese, die im Laufe der Jahre zu klein geworden ist, Haltungschäden sogar noch verstärkt werden können. Hier ist besonders entscheidend, dass diesen Menschen nicht nur einmalig geholfen wird, sondern eine dauerhafte Anlaufstelle geboten wird. Auch bei Prothesen, die für Erwachsene gefertigt wurden, können nach vielen Jahren Verschleißerscheinungen auftreten, die durch den Einsatz in umwegsamen Gelände noch verstärkt werden. Durch den Bau unserer Orthopädiewerkstatt in Uganda, können wir mehr als nur einmalige Hilfe bieten und die Menschen langfristig betreuen.

Eine Prothese entsteht

Die Arbeit eines Orthopädietechnikers

1. ANAMNESE

Ausmessen des Stumpfs und Gipsabdruck (Negativform)

Hier entsteht eine identische Abdrucksform des zu behandelnden Stumpfes des Patienten – Der Gips muss am Stumpf kurz aushärten und kann anschließend abgenommen werden. Die Negativform ist ein identischer Abdruck des Stumpfs.

2. FORMGEBUNG

Ausgießen des Abdrucks mit Gips und
Armierungsstab (Postivform)

Der Stumpfabdruck wird mit weiterem Gips ausgegossen. Der Stab dient zur späteren Fixierung an Schraubstöcken, um weiter daran arbeiten zu können. Nach der Aushärtung wird aus dem Negativabdruck ein Positiv.

3. MODELLIEREN

Formanpassung durch Auf- und Abtragen des Gipses

Durch Hinzufügen und Wegnehmen von ausgehärtetem Gips, wird der Stumpf anhand von Messdaten auf seine ideale Form zugeschnitten. Besonders hier ist absolute Präzision vom Orthopädietechniker gefragt.

4. GIESSEN

Auftrag von Baumwohl-, Glasfaser- und Kohlefasertrikot durch Guss

Hier entsteht durch Aushärtung verschiedener Materialschichten der stabile Stumpf der Prothese (Negativ). Die Schichten sorgen für die nötige Stabilität der Prothese. Der Armierungsstab wird entfernt.

5. STATISCHER AUFBAU

Hinzufügen von Schaftunterbau und Fuß der Prothese

Die Prothese erhält ihren endgültigen Aufbau und wird von der Höhe auf den Patienten abgestimmt. Mit Schanieren und Schrauben bleiben genug Anpassungsmöglichkeiten bei der Anprobe.

6. ANPROBE

Abmessen und Nacharbeiten – Individualisierung der Prothese

Da die Prothese Druckstellen oder Hohlräume aufweisen kann, wird sie hier nochmal an bestimmten Stellen nachgearbeitet. Anschließend ist sie für den Patienten einsatzbereit.