Come & Work

Bewerbung

Das Stöbern auf der Website oder der Kontakt zu einem Teil des Pro Uganda-Teams hat in Dir den Wunsch geweckt Dich vor Ort auch einmal für eine gewisse Zeit einzubringen?

Hier eine kurze Checkliste, die Dir helfen kann einzuschätzen, ob Deine und unsere Erwartungen übereinstimmen:

Was erwarten wir?
• Du hast bereits Fachkenntnisse und Berufserfahrung im orthopädietechnischen oder physiotherapeutischen
Bereich.
• Du arbeitest gerne selbstständig, bist aber auch ein Teamplayer.
• Du bist gesund und fühlst Dich psychisch und physisch stark genug, den besonderen Herausforderungen in
einem tropischen Land gerecht zu werden.
• Du kannst Deinen Aufenthalt hier bei uns finanzieren (Antrag auf Stipendium, Unterstützung beim
Spendenaufruf bei Bedarf ggf. möglich)
• Du bist bereit, eine bestimmte Zeit Deines Lebens zu investieren, um anderen Menschen zu helfen.
• Du kannst Dir vorstellen, die europäische Hektik und den europäischen Luxus für eine Weile hinter Dir zu
lassen.
• Du kannst Dich auf Englisch verständigen.
• Du bist offen und flexibel für Neues (eine fremde Kultur, fremdes Essen, Arbeit bei der man auch mal
improvisieren muss, u.v.m.)
• Du bist zuverlässig und hältst Dich im Rahmen der Arbeit an Anweisungen.

Was kannst Du erwarten?
• Ein Gelände mit nahezu europäischem Standard inmitten der afrikanischen Armut.
• Eine Orthopädiewerkstatt mit viel Ausrüstung und Potential.
• Einheimische Patienten und Mitarbeiter, die eine ganz andere Art haben zu denken, zu kommunizieren und
zu agieren.
• Einen Arbeitsplatz, an dem Du viel selbstständig arbeiten kannst und musst.
• Einen Vorgesetzten, der Dich bei Deinen Aufgaben unterstützt.
• Ein anderes Zeitgefühl und somit viel Abstand zum europäischen Alltag sowie der gewohnten europäischen
Hektik.
• Hilfe bei allen Planungen und Unternehmungen, die Du neben der Arbeit machen möchtest, um Land und Leute
kennenzulernen.
• Ein großes Netzwerk an afrikanischen und europäischen Personen.
• Die Möglichkeit Teil einer christlichen Gemeinschaft zu sein und Gottes Wort zu leben.
• Eine Zeit die Dir zum persönlichen Wachstum dienen kann.

Natürlich ist es uns wichtig Dich vorher kennenzulernen und auch Deine Fragen zu einem Einsatz vor Ort vorab zu beantworten. Gerne kannst Du Dir auch bei einem unserer Workshops oder einem Vorbereitungstermin für Mitarbeiter einen umfassenderen Eindruck verschaffen, ob Du Dich für einen solchen Einsatz zur Verfügung stellen möchtest.

Wie wird es konkret?
Zunächst benötigen wir von Dir eine kurze Bewerbung, aus der Deine bisherige berufliche Erfahrung hervorgeht – dabei hilft es uns, wenn Du zum einen unser Dokument zur fachlichen Selbsteinschätzung runterlädst und ausfüllst:

Fachliche Selbsteinschätzung (Zum Download hier klicken)

Sowie zum anderen den Vorabfragebogen:

Fragebogen für Pro Uganda Interessenten (Zum Download hier klicken)

in dem wir ein paar Eckdaten abfragen, Du Dich selbst kurz beschreibst und uns erlaubst, Dich für eine Einladung zum Gespräch bzw. Workshop kontaktieren zu dürfen.

Konkrete Infos hierzu erhältst Du nach Eingang Deiner Bewerbung mit ausgefülltem Fragebogen für Pro Uganda Interessenten und Selbsteinschätzung unter Email: come-and-work(at)prouganda.de

Janika Müller
Ansprechpartnerin bei Pro Uganda
Come & Work für Volontäre/Bewerber für Auslandseinsätze

Berichte von Volontären


come and work 2021

Unsere Volontäre berichten über ihre Eindrücke aus der Zeit in Uganda…

Auf ein ruhiges Jahr 2020 im Workshop folgte dieses Jahr ein großartiger Aufschwung. Am 11. Januar übernahm der erfahrene Orthopädietechniker-Meister Dieter Scharwatt die Werkstattleitung in Kiyunga. Zeitgleich startete der Prothetik-Techniker Marc Janßen sein 6-monatiges Volontariat in der Perle Afrikas. Dieter machte sich in den ersten Wochen ein umfangreiches Bild der Arbeitsverhältnisse und Patientenversorgungen vor Ort.

Besonders die Materialbeschaffung ist ein Schlüsselfaktor für die Zukunft des Projektes.Ende Januar fuhr das Technikerteam auf einen Outreach-Einsatz in das weit entfernte Kaseese, um Gipsabdrücke von 17 Prothesenpatienten zu nehmen und diese ausführlich zu dokumentieren. Nach zwei Tagen und mit einem Kofferraum voller Arbeit für die nächsten Monate machten sie sich wieder auf den langen Heimweg. Aufgrund von Materialengpässen und der bestehenden Lieferverzögerung des bereits lang erwarteten Containers aus Deutschland, konnten vorerst nur die Unterschenkel-Patienten versorgt werden.

Ebenfalls wurden einige Umstrukturierungen im Personalwesen vorgenommen. Agness wurde als Köchin für die Mittagsverpflegung des Teams und der Patienten eingestellt. Bonny verstärkt nun als neuer Auszubildender die Werkstatt, das Multitalent Sanguin kümmert sich ab sofort um Gebäude und Grundstückspflege. Anfang März verstärkte Richard Köhler das Team für 6 Wochen als Orthetiker und schulte den lokalen Werkstattleiter in seinen Techniken.

Als erstes Teambuilding-Event verbrachten wir eine Nacht auf dem Gebetsberg, genossen gutes deutsches Essen und besuchten die Nilquelle mit dem Boot.
Als Technik-Allrounderin folgte Valerie Hille Anfang April als dritte Volontärin für die kommenden 4 Monate. Schon am Tag ihrer Ankunft durfte sie Zeugin einer lokalen Premiere werden, einem Fußballmatch zwischen dem Pro Uganda-Werkstatt-Team und der ugandischen Amputee-Football-Nationalmannschaft. Der Anlass dieses Events bestand in der Übergabe der neuen Trikots und wurde schnell zu einem Publikumsmagneten im ganzen Dorf.

Mehr lesen

Kurze Erfahrungsberichte von Volontären

Marc Janßen

Valerie Hille

Svenja Heimstädt

Fabian Kastrup

„Als ich meine Reise im Sommer 2020 geplant habe, dachte ich, dass bis dahin Corona keine große Rolle mehr spielen wird. Im Laufe der nächsten Monate habe ich dann realisiert, dass mein ganzes Vorhaben auf der Kippe steht und sich die Situation in Deutschland und in Uganda jede Woche ändern kann. Im Oktober hat der Flughafen in Uganda seinen Betrieb wieder aufgenommen und ich habe kurz darauf dann meinen Flug mit großer Vorfreude gebucht. Am 09. Januar ging es dann über Dubai nach Uganda. Für mich ist es das erste Mal, dass ich Europa verlasse und meine erste Reise, die ich alleine antrete. Ich wurde hier herzlich von Cécile und Dieter empfangen und auch in der Werkstatt wurde ich schnell eingebunden und verstand mich auf Anhieb sehr gut mit den einheimischen Technikern. In den ersten Wochen zeigte mir Dieter das Gelände von Vision for Africa und das nächste Dorf, Kiyunga. Durch mehrere Ausflüge konnte ich wirklich viel vom Land, der Kultur und Menschen sehen. Besonders gut gefiel mir unser gemeinschaftliches Wochenende mit dem ganzen Pro Uganda Team auf dem Gebetsberg, das Gorilla Tracking, Rafting auf dem Nil und die Safari im Murchison Falls National Park.

Das Arbeiten mit den anderen Technikern läuft Hand in Hand. Man kann hier vor Ort von ihnen lernen, wie sie Orthesen und Prothesen fertigen mit den zur Verfügung stehenden Materialien und wir Europäer probieren ihnen zu zeigen, wie wir es in Deutschland umsetzen würden. Es ist also ziemlich spannend und am Ende kommen wirklich viele gute Versorgungen zu Stande.“

„Schon immer war es ein großer Traum von mir, bei einem sozialen Projekt in meinem Beruf in einem anderen Land helfen zu können. Genau das hat mir Pro Uganda ermöglicht. Somit habe ich Ende letzten Jahres kurzerhand beschlossen, meine derzeitige Arbeitsstelle zu kündigen, um mir meinen Traum zu erfüllen, bevor es dieses Jahr mit der Meisterschule los geht. Man wurde hier so herzlich von allen empfangen und die Natur hatte einen gleich überwältigt, sodass man sich fast daran gewöhnen könnte. Uganda hat mich gelehrt, dass man nicht immer alles planen sollte/ kann, sondern das Leben im Hier und Jetzt genießen muss. Die Menschen hier sind mit so wenigen Dingen zufrieden, sie mit einem Hilfsmittel zu versorgen ist nicht so selbstverständlich wie in Deutschland, dafür ist ein dankbares Lächeln so viel mehr wert als Geld. Die Erfahrungen hier haben mir gezeigt, dass man nicht viele Dinge braucht, um glücklich zu sein.“

„Gesellenprüfung geschafft, und jetzt? Ich habe mich gegen den Arbeitsstress in Deutschland und für ganz neue Erfahrungen und Eindrücke in Uganda entschieden. Die strengen Pandemie-Vorschriften habe ich hinter mir gelassen und gegen die offene, freundliche ugandische Kultur getauscht. Absolut die richtige Entscheidung. Zum ersten Mal alleine so weit weg von Zuhause… Ich war aber nie alleine, sondern habe mich hier sofort willkommen und aufgenommen gefühlt. Es ist zwar schon eine andere Welt, die Menschen leben unter viel einfacheren Bedingungen, Strom ist nicht überall selbstverständlich, und doch lachen wir mit unseren Kollegen über dieselben Sachen und genießen gemeinsame Abende am Lagerfeuer.

In der Werkstatt lerne ich durch den fachlichen Austausch jeden Tag Neues dazu, kann meine Erfahrungen aus Deutschland weitergeben, wir tüfteln gemeinsam an Versorgungen und bekommen am Ende ein strahlendes Lachen von den Patienten zurück.“

„Bereits 2019 bereitete ich mich auf meinen ersten Einsatz für das Pro Uganda Projekt vor. Leider musste dieser durch die Covid-19 Pandemie für ein Jahr ausgesetzt werden. Besonders nach der Zeit mit starken Beschränkungen in Deutschland fühlten sich die ersten Tage unglaublich befreiend an. Der Arbeitsalltag unterscheidet sich vor allem durch fehlende ärztliche Diagnosen und Behandlungen, welche daher häufig vermutet werden müssen. Die Ausprägungen der Fehlbildungen/-stellungen erschweren eine Versorgung häufig zusätzlich. Auch wenn viele Standardmaterialien, Ersatzteile und Werkzeugen unserer Branche fehlen, ist meist mit simplen Methoden und Kreativität ein Weiterkommen möglich. Ich bin beeindruckt, was hier über die letzten Jahre bereits aufgebaut wurde und wie gut sich das lokale Team in neue Techniken einweisen lässt. Die Patienten überraschen mich häufig durch ihre Toughness, Geduld und Dankbarkeit, auch wenn die Ergebnisse nur eine Grundversorgung darstellen. Ich freue mich schon auf den nächsten Einsatz und kann es nur empfehlen, sich auf dieses Abenteuer einzulassen.“