Zurück

Outreach Einsatz

Rollstühle für neues Leben

In Uganda gibt es immer wieder Menschen, die aufgrund des niedrigen Hygienestandards an Polio (Kinderlähmung) erkranken. Dies betrifft auch Erwachsene, die nicht geimpft sind und sich mit dem Virus infizieren. Die Erkrankten können sich je nach Krankheitsfortschritt nur schwer fortbewegen. Dies ist eine Belastung für sie selbst und die Familienmitglieder. Das Team von Pro Uganda versucht auch hier zu helfen, indem es zu den Patienten in die Dörfer fährt und diese mit maßangefertigten Rollstühlen versorgt. Hinweise auf solche Menschen mit schweren Lähmungen kommen zumeist von „ehemaligen Patienten von Pro Uganda“. In einem ersten Outreach Einsatz werden die Patienten zunächst untersucht und ihre persönlichen Maße genommen.

Die Rollstühle werden dann bei einer lokalen Rollstuhl-Werkstatt, namens Katalemwa Chesire Homes, in Auftrag gegeben. Die Vorteile für einen lokalen Anbieter sind vielfältig:
– Keine aufwendige Einfuhr per Container aus Europa (Zoll etc.).
– Förderung von einheimischen Arbeitsplätzen.
– Lokale Rollstühle können jederzeit vor Ort reparariert werden, sind somit nachhaltig.
– Einheimische Rollstühle sind robuster und mit Fahrradreifen ausgestattet besser für die ugandischen Straßen/ Wege geeignet, als europäische Rollstühle.

Nachfolgend könnt ihr 6 persönliche Geschichten anschauen, die durch die Rollstuhl-Aktion eine erfreuliche Wende erfahren haben.

Paul Kaweesi (Bild oben) ist 12 Jahre alt und an Polio erkrankt. Er kann sich nur kriechend fortbewegen. Er lebt mit seiner Mutter und seinen jüngeren Brüdern in einem kleinen Einzimmer-Haus. Beim ersten Besuch wurden seine Maße für einen speziellen „klappbaren“ Rollstuhl genommen, weil ja in dem Haus wenig Platz ist. Nur einen Monat später war die Freude groß, als er seinen Rollstuhl in Empfang nahm (Bilder unten).

.
Ronald Osigire (Bilder unten) ist 10 Jahre alt und lebt mit seiner Grossmutter sehr abgelegen. Im Alter von drei Jahren hat sich bei ihm Polio entwickelt und seither bewegt er sich nur kriechend fort. Beim ersten Besuch des Pro Uganda Teams war er sehr schüchtern und still, vielleicht auch weil beim anschließenden Ausmessen viele Dorfbewohner dazu kamen und zuschauten. Für die Zukunft wäre bei Ronald auch eine Operation nötig, da seine Knie allmählich steif werden.

Beim Abfahren hatte das Pro Uganda Team Schwierigkeiten in unwegsamen Gelände wegzukommen, trotz Allrad-Bus. Aber mit Hilfe der Dorfbewohner gelang es schließlich…..Abenteuer pur!

Einen Monat später…… Ronald bekommt seinen Rollstuhl

.
Moses Sekamatte (Bilder unten) ist 17 Jahre alt und wurde mit einer körperlichen Behinderung geboren. Er kann ein wenig mit Gehhilfen laufen, jedoch keine längeren Strecken. Im Gespräch mit ihm erfuhr das Pro Uganda Team, dass er selber Taschen herstellt, die er gerne verkaufen würde. So wurden seine Körpermaße abgenommen und für ihn ein sogenanntes Dreirad bestellt, da seine Arme voll funktionsfähig sind. Das Dreirad ermöglicht ihm zukünftig seine Taschen von Haus zu Haus oder an einem Marktstand zu verkaufen und so für seinen Lebensunterhalt zu sorgen.

.
Einen Monat später erhält Moses sein Dreirad und ist ab sofort mobil. Mit dem Metallkorb unter dem Sitz kann er so seine Taschen zum Verkauf transportieren.

.
Julius Kabahda (Bilder unten) ist 18 Jahre alt und der jüngste der Geschwister in seiner Familie. Er lebt alleine mit seiner Mutter. Sein Vater verstarb vor ein paar Jahren. Als er noch klein war, wurde er krank und hat seither keine Kraft mehr in seinen Beinen. Er bewegt sich nur auf allen Vieren fort. Julius ist sehr schüchtern und ist es nicht gewohnt so viele Menschen auf einmal um sich zu haben. Im Gespräch mit seiner Mutter kam heraus, dass sie ihn momentan überall hinträgt. Besonders wenn Julius krank ist muss sie ihn ca. 15 Min. auf dem Rücken zur Klinik tragen. Das Pro Uganda Team hat für ihn einen maßgeschneiderten Rollstuhl bestellt. Als Aaron ihn in den Rollstuhl reingesetzt hat, gefiel es ihm so sehr, dass er gar nicht mehr raus wollte. Der Rollstuhl wird den Alltag für ihn und seine Mutter erheblich erleichtern.

.
William Ssentongo (Bilder unten) ist 18 Jahre alt und ein Sonnenschein. Er lebt mit seinen Geschwistern bei seiner Grossmutter sehr weit ausserhalb des Dorfzentrums. William erkrankte 2018 und kann seither nicht mehr laufen. Er kann sich auch nicht auf allen Vieren fortbewegen und verbringt somit seinen Alltag hauptsächlich liegend auf einer Matte auf der Veranda. Trotz all dem ist er ein sehr positiv aufgestellter junger Mann. Auch für ihn wurde durch das Pro Uganda Team ein Rollstuhl bestellt. Er kann nun endlich wieder sitzend essen und zur Kirche gehen.

.
Haramasan Mukwya (Bilder unten) ist eines von vielen Kinder einer sehr armen Familie. Was seine genaue Krankheits-Diagnose ist, konnten die Eltern dem Pro Uganda Team nicht sagen. Es sieht äußerlich aus wie eine Form von Cerebralparese (Gehirnschädigung vor, während oder nach der Geburt). Das Team überlegte, wie man Haramasan helfen könnte. Ein Rollstuhl ist in diesem speziellen Fall ungeeignet, da auch die Arme geschädigt sind. Die Mutter äußerte in einem Gespräch, dass sie dankbar über einen Stuhl wäre, damit sie Haramasan darin absetzen kann und ihn nicht mehr einfach nur auf den Boden legen muss. Das Team hat schließlich die Maße von Haramasan genommen und in Eigenarbeit einen Holzstuhl mit Polsterung gefertigt. Die Eltern waren sehr dankbar, als das Team den maßgefertigten Stuhl für Haramasan vorbeibrachte.

Zurück